SELBSTSCHUTZ

Prävention

Dies ist ein besonders wichtiges Kapitel: die Verhinderung der Erfahrung eines Einbruches mit seinem Verlust an Werten und dem Schmerz seelischer (und womöglich körperlicher) Verletzungen. Betroffene werden die Wirklichkeitsnähe dieser Hinweise viel eher erfassen als Personen, für die die anstehenden Entscheidungen eher einen fiktiven Hintergrund haben. Dennoch gilt: Selbstschutz ist die effektivste Form der Verbrechensbekämpfung in diesem Bereich.
Die Täter gehen risikoorientiert vor und bevorzugen daher ungesicherte „Objekte“. Häuser oder Wohnungen mit Einbruchsicherung, ob mechanischer oder elektronischer Art, bleiben zumeist verschont. „Schnell rein und schnell wieder raus“ ist die bewährte Devise. Was dem entgegensteht, wird gemieden. Mechanischen Sicherungen ist derzeit noch der Vorzug zu geben.

Was hindert die Ganoven daran, weiterzumachen, wenn die Polizei wegen zu geringer personeller und technischer  Ausstattung erst nach einer halben Stunde nach erfolgtem Alarm erscheint. Sinnvoll für die Prävention ist also eine Kombination der Möglichkeiten.

Wir überlassen die Darstellung der Techniken und Angebote gern den Fachleuten. Hier sind zuerst die Websites der Polizei, deren verschiedenen Beratungs- und Betreuungs-abteilungen zu nennen. Aber auch den VdE-Fach-Sicher-heitsunternehmen ist volles Vertrauen zu schenken. Sie sind verpflichtet, eine individuelle, bedarfsgerechte Beratung anzubieten.
Bargeld, Schmuck, etc. in nennenswertem Umfang sollten nicht in Privaträumen aufbewahrt werden. Für eine längere Abwesenheit gehören derartige Werte in ein Bankschließfach. Auch ein Safe bietet keinen ausreichenden Schutz. Profi-Einbrecher finden den Schlüssel aus Erfahrung oder mit Hilfe eines Detektors sehr schnell, oder haben andere Techniken eines „Sesam-öffne-dich“.
Gegebenfalls könnte es auch in Einzelfällen sinnvoll sein, einen schnell erreichbaren Raum (ggf. das Schlafzimmer) so auszustatten, dass er Schutz vor direktem Zugriff durch Einbrecher bietet (Panik-Raum), bis die Polizei eintrifft.
Die Bereitschaft eine Versicherung gegen Einbruchdiebstahl abzuschließen, wird durch sehr persönliche Empfindungen bestimmt und soll hier nicht bewertet werden. Die Höhe der Versicherungsbeiträge bemisst sich nach der Höhe der zu versichernden Werte und spiegelt das in den letzten Jahren erheblich gestiegene Risiko auch für die Versicherungen wieder.

Einladungen vermeiden

Dass das Haus oder die Wohnung jederzeit einen bewohnten Eindruck vermitteln sollte (keine überquellenden Briefkästen, gepflegter Garten z.B.), ist allgemein bekannt. Aber auch völlig „normale“ Verhaltensweisen können von hoch spezialisierten Banden als Einladung empfunden werden: Der Hinweis auf dem Anrufbeantworter, wann man wieder zu erreichen ist, ist gleichfalls eine nützliche Botschaft an Ganoven, bis wann sie ihrem Handwerk ungestört nachgehen können. Zur Urlaubszeit sind Schnappschüsse - etwa die zunehmend beliebten Selfies - auf Social-Media-Plattformen im Internet, ebenfalls eine klare Information an kriminelle IT-Kenner: „Ich bin derzeit ganz weit weg“

Diese Recherchetechnik erfreut sich bei organisierten Banden rasant zunehmender Bedeutung. So werden die Risiken bequem minimiert und die Effizienz der Einsätze enorm gesteigert. 

Nachbarschaftshilfe

Vor den Einbrüchen werden zur Risikominimierung die Objekte der Begierde nach wie vor auch konventionell auf das Verhalten der Bewohner ausgespäht. Die Ganoven sind bei entsprechender Aufmerksamkeit auch an ihrem Verhalten durchaus erkennbar. Hier beginnt Selbstschutz und Nachbarschaftshilfe gleichermaßen. Die Polizei ist auf diese Hinweise angewiesen. Viele der Fahndungserfolge wurden durch Beobachtungen aus der Bevölkerung möglich. Bemerkt man einen Einbruch in der Nachbarschaft, ist direktes Eingreifen zu vermeiden. Das ist Aufgabe der Polizei, die umgehend zu verständigen ist.

Was Sie tun oder lassen sollten

Sind Sie unmittelbar durch Einbrecher bedroht, sollten Sie versuchen, vorher einen geeigneten, einbruchsicheren Raum aufzusuchen und die Polizei zu verständigen. Ist das nicht möglich, sollten Sie sich kooperativ verhalten und den Verbrechern keinen Anlass für Aggressionen geben. Selbst wenn Sie berechtigt sind, eine Waffe zu besitzen, bewegen Sie sich in einem juristisch unsicheren Bereich. Es ist beispielhaft ein Urteil ergangen, in dem ein Hausbesitzer wegen Freiheitsberaubung verurteilt wurde, weil es ihm gelungen war, einen Einbrecher in einen Raum einzusperren, bis die Polizei kam.

Es ist passiert!
Hilfe durch Behörden und Verbände

Seien Sie nicht enttäuscht, wenn sich die Kontaktsuche und Terminvereinbarung gelegentlich schwierig gestaltet. Es gibt eben zu viele Geschädigte, die der Unterstützung bedürfen. Aber es lohnt sich. Sie treffen auf kompetente und verständnisvolle Gesprächspartner (siehe Links).